Der rote Teppich war für die erfolgreichsten Sportler/innen des Landkreises ausgerollt. Nahezu 300 Gäste aus Sport, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gaben sich am 06. März in der Burg Seevetal in Hittfeld die Ehre und feierten ein rauschendes Fest des Sports. Traditionell hatten der Kreissportbund (KSB) Harburg-Land und der Landkreis Harburg für den ersten Freitag im März eingeladen, um die besten Sportler/innen zu ehren. Unter dem Motto „Sternstunden des Sports“ wurden herausragende Athletinnen und Athleten, engagierte Teams und verdiente Ehrenamtliche für ihre Erfolge im Jahr 2025 geehrt. Neben Uwe Bahnweg, Vorsitzender des KSB, fungierte Landrat Rainer Rempe als Mit-Gastgeber.

Er sorgte gleich zu Beginn des Events mit der Vergabe des Ehrenamtspreises des Landrates an Heike Pape für einen ganz besonderen Höhepunkt: „Sie engagieren sich seit über fünf Jahrzehnten im MTV Ramelsloh und sind Ehrenamtliche mit Leib und Seele“, so Rempe in seiner Laudatio. Mit stehenden Ovationen wurde die 77-Jährige vom Publikum gefeiert. Das Fest des Sports 2026 war erneut eine imposante Leistungsschau des Spitzensports im Landkreis Harburg. Zahlreiche Akteure, ehrenamtlich Engagierte und Mannschaften hatten den Sportdress mit festlicher Kleidung getauscht und holten sich in Form von Ehrenmedaillen und öffentlicher Aufmerksamkeit den verdienten Lohn für die Mühen des Jahres 2025 ab.

Von einer Ansammlung an herausragenden Spitzenleistungen hatten die Moderatoren Patrick Wirtz und Tobias Wenck gesprochen. Einige Talente lassen für die Zukunft einiges erwarten. So gab das achtjährige Turn-Talent Jannis Tiedemann zu seinen sportlichen Zukunftszielen an: „Olympiasieger werden!“ Als Einzelsportler/innen wurden die vielfachen Landeskunstturnmeister/innen Lisa Unger (27), Pia Bätz (26), Eric Seydel (11) und Youngster Jannis Tiedemann aus dem Fachverband Gerätturnen geehrt. Schulmannschaft des Jahres wurde die U 16-Turnmannschaft des Gymnasiums am Kattenberge mit dem 08-Kunstturn-Quintett Patricia Pansegrau, Latisha Lange, Laura Claessen, Lilly-Sophie Heilandt und Anni Denschstädt. Beim Bundesentscheid „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin sicherte sich das Team um Sportlehrerin und 08-Trainerin Meike Scholz den 3. Platz. Des Weiteren wurde der 08-Akteur Fabian Wohlers im Ehrungsblock Schwimmen für seine Teilnahme an den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal ausgezeichnet.

Zum Abschluss und Höhepunkt der dreistündigen Veranstaltung wurde der Sportler des Jahres gekürt. Nun hatte Kunstturner Jannik Stolp seinen großen Auftritt und stand bei der wertvollsten Auszeichnung auf der festlich ausgeschmückten Bühne im Rampenlicht: Unser Allrounder beeindruckte im vergangenen Jahr bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen des Internationalen Deutschen Turnfestes (IDT) in Leipzig. Trotz einer einjährigen Verletzungspause kämpfte er sich dort zur deutschen Vizemeisterschaft im Mehrkampf zurück. Bereits seit seiner Jugend zeigte der Buchholzer außergewöhnliche Vielseitigkeit. Exakt 25 Jahre nach dem erstmaligen Gewinn eines deutschen Meistertitels durch Marc Kowoll setzte Jannik in einem kaum mehr zu toppenden Finale bei den „Deutschen“ seine persönliche Erfolgsgeschichte im Mehrkampf fort: 2021 wurde er deutscher Schülermeister in der Altersklasse (AK) 12/13 im Deutschen Sechskampf, bestehend aus turnerischen und leichtathletischen Disziplinen, zwei Jahre später gewann er DM-Silber bei den 14- und 15-Jährigen im Jahn Sechskampf, zu dem sich auch Schwimmdisziplinen gesellen, und in der sächsischen Sportmetropole wurde er deutscher Vizemeister im Mehrkampf. Diese Leistung ist umso höher zu bewerten, als dass der Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums in Buchholz eine sehr lange Verletzungspause überstanden hatte und im Vorfeld nicht alle Disziplinen entsprechend trainieren konnte. In der zweiwöchigen Vorbereitungszeit musste Jannik auf Sprint- und Weitsprungtraining verzichten. Aber das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten ebneten dem willensstarken Athleten den Weg zu Silber: Dabei überzeugte der Vielseitige wie gewohnt nicht nur mit hohen Noten am Boden, am Barren und am Reck in den kunstturnerischen Disziplinen, sondern spulte im Stadion des Friedens wie ein „Schweizer Uhrwerk“ auch die drei leichtathletischen Anforderungen ab und erreichte im 100-m-Lauf, im Weitsprung sowie im Kugelstoßen herausragende Resultate. Insgesamt erreichte Jannik 67,457 Punkte und musste sich mit der hauchdünnen Winzigkeit von nur 10/100 Punkten Rückstand auf den Sieger geschlagen geben. Sechs Wochen vor Beginn der deutschen Titelkämpfe wollte der 17-Jährige, der bei den Meisterschaften noch große Probleme mit der schweren Bänderverletzung am Fuß hatte, auf einen Start gänzlich verzichten, im Wettkampf selbst, den Jannik „aus der kalten Hose“ absolvierte, musste er im Weitsprung sogar dreimal mit dem falschen Bein abspringen. Als Auszeichnung gab es für unsere Galionsfiguren eine Goldmedaille und viele aufmunternde Worte für künftige Meisterschaften.

Bernward Bade

Foto: Der 17-jährige Sportler des Jahres Jannik Stolp mit seinem Trainer Bernward (Foto: TSV 08).
Gruppenfoto: Von rechts: Das 08-Quartett der Einzelsportler/innen Eric Seydel, Jannis Tiedemann, Lisa Unger, Pia Bätz.

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