Ein Bericht von Justus Milt:
Mit 21 Jahren Deutscher Meister im Hallenhockey zu werden, ist ein Moment, den man erst einmal sacken lassen muss. Als im Finale der Schlusspfiff ertönte und feststand, dass wir mit dem Team vom UHC Hamburg den Titel geholt hatten, überwog vor allem eines: Stolz – auf eine Mannschaft, die sich diesen Erfolg gemeinsam erarbeitet hat.
Meine Hockeylaufbahn begann, als ich vier Jahre alt war – und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Mein Bruder und meine Schwester spielten bereits beim TSV Buchholz 08 und ich wollte unbedingt auch dazugehören. Also stand ich wenig später selbst auf dem Platz, anfangs noch neugierig und eher spielerisch, bis ich irgendwann zwischen den Pfosten landete. Dort zog ich zum ersten Mal die Torwartausrüstung an – und merkte schnell, dass genau das meine Position sein könnte.
In Buchholz ging es nicht nur darum, Hockey zu lernen. Es ging um das Vereinsleben, um gemeinsame Turniere, um frühe Wochenenden in der Halle / auf dem Feld, um Trainer, die Geduld hatten, und um Mannschaftskameraden, mit denen man über Jahre zusammenwuchs. Gerade in jungen Jahren prägen solche Erfahrungen. Rückblickend waren diese ersten Jahre entscheidend dafür, dass aus einem Kind, das seinem Bruder und seiner Schwester nacheifern wollte, ein Spieler wurde, der den Sport ernsthaft betreibt.
Mit den Jahren wuchs der Anspruch. Zwischen meinem 14. und 18. Lebensjahr spielte ich beim GTHGC Hamburg – verbunden mit einem hohen Aufwand: Mehrmals pro Woche jeweils rund eine Stunde mit der Bahn zum Training und wieder zurück. Diese Fahrten gehörten irgendwann einfach dazu und waren Ausdruck der Entscheidung, den Leistungssport konsequent zu verfolgen.
Von 18 bis 20 Jahren war ich anschließend beim Hamburger Polo Club aktiv. In dieser Phase wurde das Training noch intensiver, die Konkurrenz größer, und der Blick schärfte sich für Details, die auf hohem Niveau den Unterschied machen. Der Weg war dabei nicht immer geradlinig – er bestand aus vielen Stunden Training, aus Rückschlägen und aus Phasen, in denen man sich neu beweisen musste.
Der Meistertitel steht deshalb nicht für eine Einzelleistung. Er ist das Ergebnis einer geschlossenen Teamarbeit – von den Feldspielern über den Trainerstab bis hin zu allen, die im Hintergrund ihren Beitrag leisten. Gerade im Tor spürt man in entscheidenden Momenten, wie sehr man auf die Mitspieler vor sich angewiesen ist – und wie sehr sie sich umgekehrt auf einen verlassen müssen.
Auch wenn heute ein neuer Abschnitt meiner Laufbahn angebrochen ist, vergisst man nie, wo alles begonnen hat. Die Jahre in Buchholz haben das Fundament gelegt und meinen Weg in den Leistungssport möglich gemacht.
Deutscher Meister zu sein, fühlt sich großartig an – vor allem aber ist es ein Ansporn, weiterzuarbeiten und sich gemeinsam mit dem Team stetig weiterzuentwickeln.
