Chiara Helm hat Ihre Bachelorarbeit zu diesem Thema geschrieben. Für den 08-Kurier hat sie ihre Ergebnisse in einer vierteiligen Serie zusammengefasst

Fast jeder Sportler kennt es… Ein gemeinsamer Drink nach einem erfolgreichen Training, nach dem Spieltag oder ein Dauerpegel auf Turnieren. Beim Alkoholkonsum schüttet der Körper die Glückshormone Dopamin, Serotonin und Endorphin aus. Alle Probleme wirken dadurch unrelevant, man wird entspannter, kommunikativer und die Hemmschwelle sinkt. Dadurch entsteht eine sehr ausgelassene und glückliche aktive Stimmung. Perfekt für einen Mannschaftsabend oder
um den Erfolg zu feiern. Besonders im Fußball gehört Bier zu jedem Stadionbesuch dazu.

Aber Moment! Wir sind doch im Sport. Alle Sportler haben das Ziel im Wettkampf die bestmögliche Leistung zu erbringen. Wie passt Alkohol damit zusammen und welche Auswirkungen hat so ein Drink oder feucht- fröhlicher Abend auf die sportliche Leistungsfähigkeit? Und inwieweit hat Alkohol vielleicht auch positive Aus- wirkungen auf die Teamentwicklung? Diese Fragen habe ich mir im Rahmen meiner Bachelorarbeit am Beispiel des Hockeysports gestellt. In diesem Artikel folgt erstmal die Antwort auf die Frage, welche Auswirkungen der Alkoholkonsum auf die sportliche Leistungsfähigkeit hat. Grundlegend ist jeglicher Alkoholkonsum riskant! Als am risikoärmsten wird von dem Bundesministerium für Gesundheit ein Standardglas am Tag definiert. Dem entspräche ein kleines Bier (250ml), ein kleines Weinglas oder ein Shot (4cl.). Ab vier bis fünf Drinks an einem Abend, spricht man bereits vom Rauschtrinken. Neben den bekannten Langzeitfolgen hat Alkohol auch bei geringem Konsum negative Auswirkungen auf die sportliche Leistungsfähigkeit.

„Welche Auswirkungen hat der Alkoholkonsum auf die Sportliche Leistungsfähigkeit?“

Wenn Alkohol nach einer sportlichen Trainingseinheit konsumiert wird, hat er eine austrocknende Wirkung und die Regeneration der Muskeln wird verzögert. Das hängt unter anderem sowohl mit der harntreibenden Wirkung als auch mit den beeinflussten Stoffwech- selprozessen zusammen. Nach intensiven sportlichen Betätigungen produziert der Körper in den Muskeln Milchsäure, welche in der Leber abgebaut wird. Wenn allerdings nach dem Sport Alkohol konsumiert wird, priorisiert die Leber den Alkoholabbau, wodurch der Milchsäureabbau verzögert wird. Dementsprechend verzögert sich die Regeneration der Muskeln. Teil der muskulären Regeneration ist außerdem die Wiederauffüllung der Glykogenspeicher. Die Glykogensynthese ist dafür verantwortlich. Diese wird allerdings in den Muskeln und in der Leber durch Alkohol gehemmt. Die Glykogensynthese ist acht Stunden nach dem Kon- sum um 50% reduziert und nach 24 Stunden noch um 16%. Außerdem kann der Alkoholkonsum zu Heißhun- ger führen. Dem entgegenwirken kann man laut einer Studie, indem man vor dem Alkoholkonsum die Glykogenspeicher auffüllt. Aber bitte nicht mit Fast Food!

Für eine gute Regeneration ist zudem Schlaf notwendig. Nach der Personal Trainerin Nada Ivanovic sollte jeder, der regelmäßig trainiert, eine Stunde mehr pro Nacht schlafen Die Regeneration der Muskeln geschieht in den ersten vier Stunden im Schlaf. Die minimalen Verletzungen der Muskulatur werden zunächst geheilt, womit auch der Muskelaufbau einhergeht. Alkohol beeinflusst allerdings die Schlafqualität. Damit wirkt er sich zusätzlich negativ auf den Muskelaufbau aus. Darüber hinaus wird das Testosteron, welches besonders für das Muskelwachstum verantwortlich ist, durch Cortisol vermindert. Ebenso wird das Wachstumshormon IGF-1 durch Alkohol gehemmt. Das bedeutet, dass der Körper kaum Muskelwachstum betreiben kann, wenn ihm Alkohol zugeführt wurde. Dies ist sicherlich mengenabhängig.

„60 Stunden nach dem Alkoholkonsum ist die Maximalkraft noch bis zu 50% geringer“
Dies ist das Ergebnis einer Studie aus Neuseeland, wo einer Gruppe Hobbysportler nach dem Kraftsport ein Wodka-Orangensaft-Mixgetränk ausgeschenkt wurde. Zusammenfassend wirkt sich der Alkoholkonsum besonders nach einer sportlichen Betätigung erheblich negativ auf die die Ausdauer, Kraft und damit auch auf die Schnelligkeit aus. Das Gleiche gilt auch für Alkoholkonsum in einem unmittelbaren Zeitraum vor einer sportlichen Betätigung. Nun kannst du selbst entscheiden, wie du mit deinem Körper und Gesundheit umgehst.

In dem nächsten Artikel folgen die Ergebnisse, welche Auswirkungen der gemeinschaftliche Konsum auf die Teamentwicklung hat. Bei Fragen zu den Studien oder zur Einsicht meiner Bachelorarbeit könnt ihr mich gerne unter: chiara.helm@gmx.de kontaktieren.

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